Seit dem 1. Oktober gilt eine befristete Senkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel. Bis zum Jahresende werden pro Liter rund 14 Cent weniger Energiesteuer fällig. Einschließlich Umsatzsteuer entspricht das einer Entlastung von rund 17 Cent je Liter. Für einen Betrieb, der beispielsweise 1.000 Liter Diesel im Monat verbraucht, macht das rechnerisch rund 140 Euro weniger Energiesteuer aus. Ob die Ersparnis tatsächlich in dieser Höhe an der Tankstelle ankommt, hängt allerdings von der Preisentwicklung ab. Hintergrund der Entscheidung sind die stark gestiegenen Kraftstoffpreise infolge des Nahostkonflikts. Bund und Länder stellen für die Entlastung insgesamt rund 2,5 Milliarden Euro bereit. Damit soll nicht nur privaten Autofahrerinnen und Autofahrern, sondern auch Handwerksbetrieben und anderen Unternehmen geholfen werden. Bereits Mitte September hatte der Zentralverband auf die besondere Belastung der Handwerksbäckereien aufmerksam gemacht.
In einer Pressemitteilung forderte der ZV, die Steuern auf Kraftstoffe vorübergehend zu senken. Präsident Roland Ermer machte dabei deutlich, dass die Entlastung vor allem kleine und mittlere Betriebe schnell und ohne zusätzliche Bürokratie erreichen müsse. Denn wer täglich mehrere Verkaufsstellen beliefert oder mit Verkaufswagen unterwegs ist, kann auf seine Fahrzeuge nicht verzichten. Und höhere Spritkosten lassen sich nicht einfach auf den Brötchenpreis aufschlagen. Mit der Senkung der Energiesteuer hat die Bundesregierung nun eine wichtige Forderung des Bäckerhandwerks aufgegriffen. Allerdings ist die Maßnahme zunächst bis Ende Dezember befristet. Für die Zeit danach prüft die Bundesregierung einen vorübergehenden Spritpreisdeckel, der spätestens Anfang 2027 eingeführt werden soll. Gespräche mit der Mineralölwirtschaft sind dazu angekündigt. Für unsere Betriebe zählt am Ende, was auf der Tankrechnung steht. Deshalb kommt es jetzt darauf an, dass die Steuersenkung auch tatsächlich bei den Betrieben ankommt. Der Zentralverband wird die weitere Entwicklung begleiten und sich dafür einsetzen, dass Handwerksbäckereien auch über das Jahresende hinaus von bezahlbaren Kraftstoffpreisen profitieren.
Stand: 15.10.2026