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Zentralverband warnt vor Zuckersteuer

Die Debatte um eine mögliche Zuckersteuer auf Limo & Co. nimmt weiter Fahrt auf. Der Zentralverband kritisiert die Vorstösse, denn sie lösen die Probleme nicht.

Die politische Debatte über die Einführung einer Zuckersteuer in Deutschland hat zuletzt deutlich an Dynamik gewonnen. Anlass ist unter anderem eine Bundesratsinitiative aus Schleswig-Holstein, die eine Abgabe auf zuckerhaltige Getränke vorsieht. Parallel dazu prüft die Bundesregierung Empfehlungen eines Fachgremiums, das eine Zuckersteuer als Bestandteil eines umfassenden Maßnahmenpakets zur Stabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ins Spiel gebracht hat. Während Gesundheitsorganisationen, Verbraucherschutzorganisationen sowie einzelne Bundesländer eine solche Steuer befürworten, stoßen die Pläne bei zahlreichen Ländern, Wirtschaftsverbänden und auch Teilen der Bundesregierung auf Ablehnung. 

Der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks sieht in der Einführung einer Zuckersteuer erhebliche Risiken. Insbesondere drohen zusätzliche bürokratische Belastungen, Wettbewerbsverzerrungen sowie finanzielle Mehrbelastungen für die Betriebe. Vor diesem Hintergrund spricht sich der Verband klar gegen pauschale steuerliche Eingriffe in das Lebensmittelangebot aus. Aus Sicht des Handwerks wird ein komplexes ernährungs- und gesundheitspolitisches Thema auf eine einzelne Maßnahme reduziert, deren Wirksamkeit zudem fraglich erscheint. 

Die Einführung einer Zuckersteuer vermittelt den Eindruck einfacher Lösungen für ein vielschichtiges Problem. Tatsächlich sind jedoch differenzierte, langfristig angelegte Strategien erforderlich, die den verschiedenen Ursachen von Ernährungsproblemen gerecht werden. 

Besonders kleine und mittelständische Betriebe würden durch eine solche Steuer unverhältnismäßig belastet. Neben ohnehin steigenden Kosten für Rohstoffe, Energie und Logistik kämen zusätzliche bürokratische Anforderungen hinzu, etwa durch steuerliche Dokumentations- und Nachweispflichten. Diese treffen handwerklich geprägte Strukturen deutlich stärker als industrielle Großunternehmen und verschärfen bestehende Wettbewerbsnachteile. 

Auch aus gesundheitspolitischer Perspektive ist die Wirksamkeit einer Zuckersteuer umstritten. Internationale Erfahrungen zeigen, dass isolierte Maßnahmen selten zu nachhaltigen Veränderungen im Ernährungsverhalten führen. Erfolgsversprechender sind ganzheitliche Ansätze, die auf Aufklärung, Transparenz und Eigenverantwortung setzen. 

Deutschland verfügt über ein vielfältiges Lebensmittelangebot, das unterschiedliche Ernährungsweisen ermöglicht. Wissenschaftliche Erkenntnisse belegen zudem, dass Übergewicht und ernährungsbedingte Erkrankungen nicht auf einzelne Nährstoffe wie Zucker reduziert werden können. Vielmehr handelt es sich um ein komplexes Zusammenspiel aus Energieaufnahme, Bewegungsmangel und weiteren Lebensstilfaktoren. Eine nachhaltige Förderung gesunder Ernährung sollte daher auf Bildung, Information und Kooperation setzen.  

Mehr dazu in unserer Pressemitteilung.

Stand: 10. April 2026