Berlin, 26.03.2026. Das Bäckerhandwerk kritisiert zusammen mit anderen Verbänden die Pläne zur Einführung einer Zuckersteuer. Am Freitag wird dazu ein Antrag des Landes Schleswig-Holstein im Bundesrat behandelt.
„Die Einführung einer Zuckersteuer suggeriert einfache Lösungen für ein vielschichtiges Problem. Notwendig sind jedoch differenzierte, langfristig angelegte Strategien, die Eigenverantwortung stärken und echte Verhaltensänderungen ermöglichen“, bringt es Dr. Friedemann Berg, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes des Deutschen Bäckerhandwerks auf den Punkt. Eine Zuckersteuer würde dabei insbesondere kleine und mittelständische Betriebe unverhältnismäßig stark belasten. Der mit Verbrauchsteuern verbundene bürokratische Aufwand trifft Handwerksbetriebe aufgrund begrenzter personeller und organisatorischer Ressourcen deutlich härter als große Indutrieunternehmen. „Dies verschärft bestehende Wettbewerbsnachteile, gefährdet wirtschaftliche Existenzen der Handwerksbetriebe und kann langfristig zu einer Schwächung regionaler Versorgungsstrukturen führen. Im übrigen käme die Einführung einer Zuckersteuer in der aktuellen wirtschaftlichen und politischen Situation zur Unzeit. Viele Betriebe befinden sich angesichts aktuell steigender Sprit- und Energiepreise unter Druck und benötigen nicht weitere Belastungen, sondern Entlastungen“, so Berg weiter.
Darüber hinaus sind auch die gesundheitspolitischen Effekte einer Zuckersteuer kritisch zu sehen. Internationale Erfahrungen zeigen, dass zwar der Konsum einzelner besteuerter Produkte zurückgehen kann, jedoch ein nachhaltiger Rückgang der Energieaufnahme und damit die Problematik des zunehmenden Übergewichts in der Bevölkerung nicht reduziert wird.
In Deutschland steht Verbraucherinnen und Verbrauchern ein vielfältiges Lebensmittelangebot zur Verfügung, das unterschiedlichste Ernährungsweisen ermöglicht. Es ist wissenschaftlich belegt, dass Übergewicht und ernährungsbedingte Erkrankungen nicht auf einzelne Nährstoffe wie Zucker zurückgeführt werden können, sie sind vielmehr ein komplexes Zusammenspiel aus Energieaufnahme, Bewegungsmangel und weiteren Lebensstilfaktoren. Ein wirksamer Ansatz zur Förderung gesunder Ernährung sollte stattdessen auf Aufklärung, Transparenz und Kooperation setzen. Dazu gehören:
Ausbau von Ernährungsbildung in Schulen und öffentlichen Einrichtungen
- Förderung von Bewegung und gesundem Lebensstil