Das Bäckerhandwerk richtet sich nach den Wünschen seiner Kundinnen und Kunden. Viele von ihnen möchten beim Bäcker bargeldlos bezahlen. Viele Kundinnen und Kunden bevorzugen aber weiterhin - gerade bei kleinen Beträgen - Bargeld. Der überwiegende Teil der Handwerksbetriebe bietet daher sowohl Barzahlung, als auch digitale Bezahlverfahren an, wie eine 2025 vom ZDH durchgeführte Umfrage bestätigt.
Bargeld ist mehr als nur ein Zahlungsmittel – es steht für gesellschaftliche Teilhabe, Schutz der Privatsphäre und Resilienz. Bargeld ist krisenfest: Bei langanhaltenden Stromausfällen, Cyberangriffen oder Naturkatastrophen bleibt Bargeld ein verlässliches Zahlungsmittel.
Zugleich steht das Zahlungsmittel Bargeld jedoch unter Druck. Die Realität ist: Für Betriebe, Kundinnen und Kunden werden der Zugang zu Bargeld zunehmend schwieriger: Für den Handel und das Handwerk steigen die Kosten für die Annahme von Bargeldzahlungen und das Bereithalten von Wechselgeld. Das Einzahlen von Bargeldeinnahmen wird aufwändiger und teurer, weil Banken die Zahl an Geldautomaten und Bankfilialen reduzieren. In ländlichen Regionen müssen Betriebe, Kundinnen und Kunden mittlerweile teils weitere Wege zurücklegen, um Bargeld zu erhalten.
Diese Probleme verstärken sich gegenseitig: Weniger Zugangsmöglichkeiten zu Bargeld steigern die Hürden für Kundinnen und Kunden und Betriebe und führen zu sinkender Nutzung, was wiederum das Angebot weiter einschränkt. Setzt sich diese Entwicklung fort, könnte Bargeld bald für Verbraucherinnen, Verbraucher und Betriebe nicht mehr als Zahlungsmittel nutzbar sein und ein aufwendiger Wiederaufbau der Bargeldinfrastruktur notwendig werden, wie es gegenwärtig in skandinavischen Ländern wie Schweden zu beobachten ist. Das gilt es aus Sicht des Zentralverbandes zu verhindern.
Der Zentralverband hat daher einen gemeinsamen Appell von Verbraucherschutz-, Sozial- und Wirtschaftsverbänden zum Schutz von Bargeld mitgezeichnet, den Sie unterhalb finden.
Der Appell wurde Ende Januar an das Bundesfinanz-, Justiz und Verbraucherschutz-, sowie Familienministerium, die Bundesbank sowie Abgeordnete des Deutschen Bundestages versandt. Über den Appell wurde zahlreich in den Medien berichtet, etwa in der Tagesschau, im SWR und in der Süddeutschen Zeitung.
Stand: 20. Februar 2026