Die EU-Entgelttransparenzrichtlinie hätte eigentlich bis zum 7. Juni 2026 in deutsches Recht umgesetzt werden müssen. Die Bundesregierung hat bislang keinen Gesetzentwurf zur Umsetzung der Richtlinie in deutsches Recht vorgelegt. Die schwarz-rote Koalition ist noch uneinig über die angemessene Umsetzung der Richtlinie. Die Bundesfamilienministerin hat angekündigt, sich in Brüssel für eine Änderung der Richtlinie einzusetzen. Sie hält die Richtlinie für zu bürokratisch und führt Gespräche mit europäischen Partnerländern über Inhalte und Umsetzungsfristen der Richtlinie, um zu sehen, ob gemeinsam etwas bei der EU-Kommission Änderungen daran erreicht werden können.
Mit der EU-Entgelttransparenz-Richtlinie sollen Entgeltunterschiede zwischen Frauen und Männern weiter verringert werden. Die Umsetzung der Richtlinie in deutsches Recht würde in ihrer jetzigen Form jedoch nicht nur für die Arbeitgeber im Handwerk, sondern für die gesamte deutsche Wirtschaft eine Belastungsprobe darstellen, die angesichts der gegenwärtig schwierigen wirtschaftlichen Situation zur Unzeit käme. Mit der Richtlinienumsetzung drohen zahlreiche neue Dokumentations-, Auskunfts- und Berichtspflichten, die einen erheblichen zusätzlichen bürokratischen Mehraufwand, Rechtsunsicherheit bis hin zu Eingriffen in tarifvertragliche Regelungen – auch für die kleinen Betriebe des Handwerks – mit sich bringen würde.
Der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks setzt sich daher gemeinsam mit dem Unternehmerverband Deutsches Handwerk (UDH) und weiteren Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbänden für einen Stopp der Umsetzung bzw. zumindest eine bürokratiearme Überarbeitung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie und des deutschen Umsetzungsgesetzes ein. Wir unterstützen das Ziel der Entgelttransparenz-Richtlinie und die Förderung von Gleichstellung auf dem europäischen Arbeitsmarkt . Wir fordern aber eine vorübergehende Aussetzung („stop-the-clock“) des Umsetzungszeitplans und Vereinfachung der Richtlinie, um die administrative und finanzielle Belastung für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) zu reduzieren.
Wir werden über die weiteren Entwicklungen dazu informieren.
Stand: 11. Juni 2026