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EU-Energiepaket: Entlastungen müssen in den Backstuben ankommen

Die Europäische Kommission will Elektrifizierung fördern und die Regeln für Netzentgelte verändern. Für Bäckereien könnten daraus Entlastungen entstehen. Vorausgesetzt, die Maßnahmen senken tatsächlich die Energiekosten und bleiben technologieoffen.

Die Europäische Kommission hat am 17. Juli 2026 ein neues Energiepaket vorgelegt. Es besteht aus einem Aktionsplan zur Elektrifizierung und einem Vorschlag zur Neugestaltung der Netzentgelte. Ziel ist es, den Einsatz von Strom in Industrie, Gebäuden und Verkehr zu erleichtern, die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu verringern und die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen zu stärken. Der Aktionsplan soll insbesondere den Preisabstand zwischen Strom und fossilen Energieträgern verringern. Gleichzeitig sollen Netzentgelte künftig stärker dazu beitragen, vorhandene Stromnetze effizient zu nutzen und Investitionen in Netze und Speicher zu ermöglichen.

Wann und in welchem Umfang Unternehmen tatsächlich finanziell entlastet werden, ist damit allerdings noch nicht entschieden. Der Vorschlag muss nun auf europäischer Ebene beraten und anschließend in den Mitgliedstaaten umgesetzt werden. Für das Bäckerhandwerk sind bezahlbare und verlässlich kalkulierbare Energiepreise von zentraler Bedeutung. Backöfen, Kälteanlagen, Gärtechnik, Lüftung und Beleuchtung sorgen für einen hohen Energiebedarf. Niedrigere Strom- und Netzkosten könnten daher unmittelbar zur Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe beitragen. Elektrifizierung darf nicht pauschal mit einem kurzfristigen Verzicht auf Gas gleichgesetzt werden. Rund 70 bis 80 Prozent der Bäckereien in Deutschland backen mit Gas. Auch gasbetriebene Hochleistungsöfen lassen sich vielfach weder technisch noch wirtschaftlich kurzfristig ersetzen. Neben den Investitionen in neue Öfen können umfangreiche Änderungen am Stromanschluss und an der betrieblichen Infrastruktur erforderlich werden.

Der Zentralverband begrüßt deshalb das Ziel, die Energiekosten zu senken, fordert aber technologieoffene und realistische Rahmenbedingungen. Betriebe müssen selbst entscheiden können, welche Technik für ihre Produktionsprozesse geeignet ist. Investitionen in Elektrifizierung benötigen ausreichende Übergangszeiten, leistungsfähige Netze und verlässliche Förderbedingungen. Unabhängig vom europäischen Verfahren kann die Bundesregierung bereits jetzt handeln. Die im Koalitionsvertrag angekündigte Senkung der Stromsteuer auf das europäische Mindestmaß muss für alle Betriebe umgesetzt werden. Nur wenn Energie dauerhaft bezahlbar bleibt, kann die Transformation auch im mittelständischen Bäckerhandwerk gelingen.