Berlin, 13.04.2026. Der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks bewertet die jüngsten Beschlüsse der Bundesregierung zur Entlastung der Wirtschaft mit Zurückhaltung. Der Verband begrüßt grundsätzlich, dass die Bundesregierung ein Signal setzt und Maßnahmen vornehmen will, um Verbraucher, Beschäftigte und Betriebe zu entlasten. Einzelne Maßnahmen wie die befristete Absenkung der Energiesteuer auf Diesel und Benzin seien zwar grundsätzlich geeignet, Druck von den Betrieben zu nehmen. Diese seien aber nur kurzfristig angelegt und könnten nur der Überbrückung dienen. Insgesamt bleiben die angekündigten Entlastungsmaßnahmen hinter den Erwartungen des mittelständisch geprägten Bäckerhandwerks zurück. „Die Richtung stimmt in Ansätzen, aber das Tempo, die Breite und die Tiefe der Maßnahmen reichen bei weitem nicht aus“, erklärt Friedemann Berg, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes des Deutschen Bäckerhandwerks. „Unsere Betriebe brauchen tiefgreifende Reformen, die insgesamt zu strukturellen Verbesserungen der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen beitragen.“
Deutschland braucht neben verlässlichen Rahmenbedingungen dauerhaft niedrigere Energie- und Stromkosten und klare Perspektiven für Investitionen und Planungssicherheit. Auch der versprochene Bürokratieabbau muss weiter vorangetrieben werden. Der Zentralverband fordert daher rasch weitere Schritte, die gezielt die Wettbewerbsfähigkeit des Mittelstands stärken. Dazu zählen insbesondere:
eine nachhaltige Senkung der Energiepreise,
ein konsequenter Rückbau überzogener bürokratischer Belastungen,
steuerliche Entlastungen für handwerkliche Betriebe,
Änderung des Arbeitszeitgesetzes
„Was wir jetzt brauchen, sind mutige und tiefgreifende Strukturreformen“, so Berg weiter. „Ein ‘Weiter so’ in kleinen Schritten wird den Herausforderungen unserer Zeit nicht gerecht. Das Bäckerhandwerk steht für Stabilität, regionale, sichere Versorgung und Qualität – diese Stärke muss durch eine verlässliche, mittelstandsfreundliche Wirtschaftspolitik unterstützt werden.“ Ohne rasche Umsetzung weiterer Reformen drohe eine weitere Schwächung des handwerklichen Mittelstands – mit direkten Auswirkungen auf die örtliche Nahversorgung mit dem Grundnahrungsmittel Brot und Backwaren und die wirtschaftliche Vielfalt in Deutschland. Der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks appelliert daher an die Bundesregierung, die beschlossenen Maßnahmen zügig nachzuschärfen und um weitere strukturelle Reformen zu ergänzen.