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2025: ein Jahr der starken Interessenvertretung

Das Jahr 2025 war für das deutsche Bäckerhandwerk in vielerlei Hinsicht ein Meilenstein. Politisch konnte der Zentralverband wichtige Erfolge erzielen, die unsere Betriebe unmittelbar entlasten und die Sichtbarkeit unseres Handwerks weiter erhöhen. Zugleich wurden entscheidende Weichen für das kommende Jahr gestellt. Inmitten politischer Veränderungen, wirtschaftlicher Herausforderungen und gesellschaftlicher Debatten ist es dem Zentralverband gelungen, die Stimme des Bäckerhandwerks hörbar und wirksam zu platzieren - in Berlin, in Brüssel und in der breiten Öffentlichkeit.

Erfolge der Verbandsarbeit in 2025

Nach dem Ende der Ampel-Koalition, einem kurzen und intensiven Wahlkampf und dem Amtsantritt der neuen schwarz-roten Bundesregierung unter Bundeskanzler Merz standen die Erwartungen der Branche klar im Raum: ein spürbarer Politikwechsel. Es brauchte eine Politik, die Bürokratie abbaut, Abgaben senkt, den Fachkräftemangel bekämpft und die Wettbewerbsfähigkeit des Mittelstands sichert. Das Bäckerhandwerk hatte 15 konkrete Forderungen an die neue Bundesregierung formuliert, um die Zukunft der Branche nachhaltig zu stärken. Sechs der wichtigsten Anliegen, etwa zur Arbeitszeit an Sonn- und Feiertagen, zum Bürokratieabbau, zur Abschaffung der Bonpflicht und zur dauerhaften Mehrwertsteuersenkung auf Speisen, wurden vollständig in den Koalitionsvertrag aufgenommen und weitere Punkte teilweise berücksichtigt.

Auch steuerlich gab es gute Nachrichten: Seit Juli können Betriebe Investitionen deutlich günstiger tätigen, weil Maschinen und Geräte mit bis zu 30 % degressiv abgeschrieben werden dürfen und für E-Fahrzeuge sogar 75 % im Anschaffungsjahr geltend gemacht werden können. Dadurch entstehen spürbare finanzielle Spielräume, etwa für moderne Backtechnik, Kühlung oder Digitalisierung. Mit den weiteren Entlastungen ab 2028 lohnt es sich für viele Bäckereien, größere Investitionen gezielt zu planen und den Umstieg auf E-Mobilität voranzutreiben.

Die Gasspeicherumlage wird zum 31. Dezember 2025 abgeschafft. Diese Umlage lag zuletzt bei rund 0,3 Cent pro Kilowattstunde und belastete vor allem energieintensive Handwerksbetriebe wie Bäckereien. Mit ihrem Wegfall ist für viele Betriebe eine jährliche Einsparung im drei- bis vierstelligen Bereich zu erwarten. Des weiteren werden die Netzentgelte zum 1. Januar 2026 abgesenkt. Und auch die Mehrwertsteuersenkung ist auf dem Weg.

Auch der Bürokratieabbau gewinnt an Fahrt: Die EU will die Pflichten für Unternehmen um 25 %, für KMU sogar um 35 % reduzieren. Mit dem Omnibus-I-Paket wurden bereits erste Erleichterungen bei Berichts- und Dokumentationspflichten umgesetzt. Und die Bundesregierung hat den Bürokratierückbau zur Chefsache erklärt und eine Modernisierungsagenda beschlossen: Sie ist ein umfassendes Programm zur Entbürokratisierung, Digitalisierung und Effizienzsteigerung von Staat und Verwaltung, das auf die Entlastung von Bürgern, Unternehmen und Behörden abzielt. Dazu zählen insbesondere weniger bürokratische Hürden, schnellere Verfahren (zum Beispiel "Bauturbo", digitale Zulassungen) und eine modernere, datensparsame IT. Mit über 200 konkreten Maßnahmen, die auch föderale Ebenen einbeziehen, soll Deutschland zu einem schnelleren und handlungsfähigeren Staat gemacht werden. 

Ein ebenso klarer Erfolg für das Bäckerhandwerk: Das Umweltbundesamt hat seine Auslegung des Einwegkunststofffondsgesetzes korrigiert. Durch die neue Mengenschwelle von 500 Gramm sind klassische Stollenverpackungen künftig nicht mehr abgabepflichtig. Damit wurde eine Entscheidung zurückgenommen, die Christstollen fälschlich wie „Snacks to go“ behandelt hätten und unsere Betriebe mit unnötiger Bürokratie und Kosten belastet hätte. Der Zentralverband hatte gemeinsam mit den Landesverbänden und dem ZDH konsequent und erfolgreich gegen diese Einstufung protestiert. Dies ist ein starkes Signal, dass gute Argumente und geschlossenes Handeln wirken. 

Zum Jahresende folgte ein weiterer Durchbruch: Die Anwendung der EU-Entwaldungsverordnung wurde bis zum 30. Dezember 2026 verschoben. Künftig muss nur der Erstinverkehrbringer Rohstoffe prüfen und nicht jeder nachgelagerte Betrieb. Für das Bäckerhandwerk bedeutet das eine massive Entlastung. Und: Die Verordnung soll in den ersten Monaten des Jahres 2026 noch einmal überprüft werden. Damit hat die Politik Forderungen unseres Bäckerhandwerks aufgenommen und umgesetzt, für die sich unser Zentralverband gemeinsam mit den  Landesverbänden und engagierten Betrieben intensiv eingesetzt hatte.

Ein optimistischer Blick nach vorn

Mit Beginn des neuen Jahres fällt die Gasspeicherumlage weg und die Netzentgelte sinken. Aber auch der neue Mindestlohn wird kommen. Zum 1. Januar 2026 wird dieser auf 13,90 Euro pro Stunde steigen, ein weiteres Jahr später auf 14,60 Euro. Vor diesem Hintergrund wird sich der Zentralverband auch im kommenden Jahr dafür einsetzen, dass die Politik konkrete Schritte unternimmt, um die Betriebe zu entlasten. Wenn der Staat mehr Lohn fordert, muss er den Betrieben auch ermöglichen, diesen zu zahlen. Dazu gehören ein deutlich spürbarer Abbau bürokratischer Hürden, steuerliche Erleichterungen, flexiblere und praxistaugliche Arbeitszeitregelungen sowie gezielte Förderprogramme für Ausbildung und Investitionen. Die hohe Steuer- und Abgabenlast sowie Sozialversicherungsbeiträge belasten Unternehmen und gefährden Arbeitsplätze. Um den Sozialstaat langfristig zu erhalten, sind grundlegende Reformen unumgänglich.

Der Zentralverband wird die politischen Vereinbarungen aus dem Koalitionsvertrag weiterhin konsequent einfordern. Besonders wichtig bleiben die Modernisierung des Arbeitszeitrechts, der Abbau überzogener Berichtspflichten, die Fachkräftesicherung sowie eine verlässliche, bezahlbare Energieversorgung. In Brüssel baut der Zentralverband seine Präsenz weiter aus, um die Stimme des Bäckerhandwerks auch auf europäischer Ebene zu stärken. 

Bei aller Zuversicht stehen unsere Betriebe auch im kommenden Jahr vor wichtigen Aufgaben. Diese reichen vom Fachkräftemangel über steigende Kosten bis hin zu neuen gesetzlichen Vorgaben. Diese Herausforderungen sind nicht klein. Aber sie sind bewältigbar. Unser Handwerk hat immer durch Innovationskraft, Zusammenhalt und Bodenständigkeit überzeugt. Auch 2026 wird es darauf ankommen, diese Stärken gemeinsam zu nutzen. Das Jahr 2025 hat gezeigt, dass eine konsequente Interessenvertretung und eine starke Gemeinschaft den Unterschied machen. Wir danken allen, die dazu beigetragen haben und freuen uns darauf, auch im kommenden Jahr gemeinsam viel für unser Bäckerhandwerk zu erreichen.

Stand: 11. Dezember 2025